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Behandlung

Beginn einer Entzündung

Zur Vorsorge, zum Aufhalten und zur Behandlung einer Parodontitis steht eine Reihe von Maßnahmen zur Verfügung. Welche der Methoden bei Ihnen persönlich angewendet werden, hängt in erster Linie davon ab, wie weit eine eventuelle Entzündung fortgeschritten ist. Die Basis aller Maßnahmen ist die regelmäßige Kontrolle im Rahmen Ihrer Vorsorge-Besuche. Denn Kontrolle und eine intensive Behandlung ist gerade bei Parodontitis sehr wichtig!

Nicht-chirurgische Maßnahmen bei Anfangsstadien: geschlossene Kürettage

Wenn die Parodontitis noch nicht weit fortgeschritten und die Tiefe der Taschen gering ist, kann eine so genannte geschlossene Kürettage vorgenommen werden. Dabei wird der Bereich des Zahnfleischsaumes – auch verdeckte Teile des Zahnhalses und der Wurzel – mit feinen Instrumenten (Scaler und Kürette) von weichen bakteriellen Belägen, Zahnstein und Schmutzpartikeln befreit und geglättet.

Sind bereits tiefere Taschen ab etwa 3 bis 4 mm Tiefe vorhanden, wird der Zahnfleischrand am Zahnsaum leicht abgehoben und die freiliegenden Zahnhalsbereiche gereinigt und geglättet.

Chirurgische Maßnahmen (Lappenoperation oder offene Kürettage)

Bei tiefen Taschen ab etwa 5-6 mm, wenn die erkrankten Bereiche offen zugänglich sein sollen oder wenn die oben genannte Schritte nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben, kann eine so genannte Lappenoperation (Englisch: flap-Operation) durchgeführt werden.

Dabei wird das Zahnfleisch im Bereich der Tasche mit einem Skalpell schonend abgelöst, freiliegende Bereiche gereinigt und erkranktes Zahnfleischgewebe entfernt. (Dieses Vorgehen wird daher manchmal im Gegensatz zur geschlossenen als „offene Kürettage“ bezeichnet.)

Anschließend wird das Zahnfleisch wieder an den Zahn angelegt und dazu bei Bedarf mit Hilfe von Nähten geschlossen und befestigt. Dabei muss möglichst eine gute und dauerhafte Anlagerung an den Zahn erreicht werden. Ziel ist es, die krankheitsbedingten Taschen zu reduzieren.

Antibiose

Eine Antibiose (Antibiotika-Therapie) ist eine unterstützende Therapiemöglichkeit. Sie wird ergänzend eingesetzt, wenn die Parodontitis ...

  • schnell bzw. chronisch verläuft,
  • trotz der Paodontaltherapie nicht ausheilt,
  • zu Fieber oder stark geschwollenen Lymphknoten und möglicherweise einem Parodontalabzess (einer Vereiterung der Zahnfleischtasche) führt,
  • sie mit weiteren systemischen Erkrankungen einhergeht, z. B. Diabetes mellitus.

Ist die Parodontitis weniger stark ausgeprägt, bringt eine zusätzliche Antibiotikaanwendung keinen Vorteil.

Ablauf der Antibiose

Ziel der Antibiose ist es, die Bakterien, die zu der aggressiven Parodontitis geführt haben, aus den Zahnfleischtaschen und möglichst auch aus der gesamten Mundhöhle zu entfernen.

Zunächst wird eine mikrobiologische Untersuchung vorgenommen, um die vorliegenden Bakterien zu bestimmen. Die Antibiotika werden entsprechend ausgewählt. Sie können mit Hilfe eines Gels in die Zahnfleischtaschen gefüllt werden (lokale Anwendung) oder als Tabletten eingenommen werden (systemische Anwendung).

Gesteuerte Geweberegeneration

Um die natürliche Heilung des Halteapparates insgesamt zu begünstigen, kann die Neu-Entstehung von Gewebe (Gewebe-Regeneration) gezielt gefördert werden. Die Behandlung verläuft dabei zunächst wie bei der Lappenoperation mit dem Unterschied, dass vor dem Verschließen der Wunde eine Barriere aus einem körperverträglichen Material um den Zahnhals gelegt wird.

Diese Barriere begünstigt das Wachstum von Kollagen-Fasern. Diese wären sonst wegen ihres langsameren Wachstums gegenüber normalem, weichem Zahnfleisch benachteiligt. Sie sind jedoch für einen gesunden Halteapparat wichtig.

Ultraschall-Reinigung

Je nach individueller Patientensituation können Beläge zusätzlich mit Ultraschallgeräten beseitigt werden. Ideal ist oft eine Kombination aus manuellen Methoden und der Ultraschalltechnik.

Aufbau von Knochensubstanz

In einigen Fällen und dann, wenn die Parodontitis bereits zu einer stärkeren Schädigung des Kieferknochens geführt hat, kann neues Knochenmaterial eingesetzt und damit der Kiefer wieder aufgebaut werden: Oft erhalten Zähne dadurch nach einiger Zeit wieder ihre stabile Verankerung in Ihrem Knochenfach.

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Dr. med. dent. Rainer Miazgowski

in Bochum auf jameda
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